Weihnachtensmeltdown

Es sind die Weihnachtsfeiertage und die gesamte Familie ist zu uns einzuladen. Normalerweise habe ich den ersten Weihnachtstag immer für mich selbst und um mich für den zweiten Feiertag zu wappnen.
Diesmal nicht und ich hatte schon am Morgen das Gefühl alleine sein zu wollen.
Ich bat alle, mich alleine das Wohnzimmer für die Gäste herzurichten, was sie die meiste Zeit auch respektierten. So war ich zwar alleine, hatte aber aufgrund der vielen Arbeit, die ich noch zu erledigen hatte, Stress, bis es pünktlich zum Tee an der Tür klingelte.

Ich war total abgehetzt und entnervt, weil ich Probleme hatte unser kleines Zimmer für so viele Menschen umzubauen. Ich sagte allen, dass ich erst mal eine halbe Stunde bräuchte, um mich fertig zu machen, was auch alle verstanden, bis auf meine Schwester die mich zur Eile drängte. Ich nahm mir trotzdem Zeit und fühlte mich einigermaßen gewappnet für den Geräuschpegel, der schon zu mir hochschallte.
Doch ich hatte unterschätzt, wie laut und überfordernd 17 Menschen beim Kaffeetrinken sein können.

Ich hielt es eine Stunde durch, dann war fertig mit den Nerven. Alle redeten durcheinander und in unangenehm hohen Stimmen.  Ich hielt es dort keine Minute länger aus, entschuldigte mich unter einem Vorwand und rannte fast in mein  Zimmer.

Ich ließ das Licht aus und krümmte mich auf dem Bett neben meiner Katze zusammen. Ich genoss die Dunkelheit und die Stille (durch die Ohrenstöpsel). Ich vergrub meine Finger in Mio’s Fell und Tränen liefen in die Bettdecke. Dadurch wurden die Kopfschmerzen zwar nicht besser aber mein Hals zog sich nicht mehr zu eng zusammen. 

Ich fühlte mich elend. Es dauerte lange, bis die Tränen versiegten, aber meine Augen waren rot und schmerzten. So schnell konnte und wollte ich nicht wieder zu den Gästen gehen. Ich lenkte mich mit meinen Büchern ab und war erst wieder ansehnlich, als die meisten sich verabschiedeten.
Schweren Herzens begab ich mich nach unten und half beim Aufräumen. Zu meiner Überraschung verstand meine Mutter meine Situation und keiner verlor ein schlechtes Wort über meine Abwesenheit.

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