Ein Aspie und eine Krankheit

Man sagt, wenn man in einen neuen Betreib anfängt, wird man krank und muss erst einmal gegen die Krankheiten immun werden, die das Klientel da mit sich herumschleppt.

Ich weiß nicht, ob das auch für mich und meine Praktikumssituation gilt. Dort hatte ich zwar mit vielen erkälteten und anders erkrankten Kindern zu tun, aber ich hätte gedacht, dass ich mit meinen täglichen Unibesuchen und Bahnfahrten mindestens einmal mit jedem momentan umlaufenden Krankheitserreger in Kontakt gekommen bin.

Als ich am Freitag morgen mit Halsschmerzen erwachte wusste ich, dass in meiner Praktikumsumgebung einige neue dazugekommen sein mussten.
Eigentlich freute ich mich, dass die Inkubationszeit passend bis zum Wochenende gedauert hatte, denn so konnte ich mich in den folgenden Tagen auskurieren und am Montag wieder frisch die Arbeit aufnehmen.

Aber diese Rechnung würde nur aufgehen, wenn es sich bei meinen Leiden um eine leichte Erkältung handelt. Ich hoffte, aber wurde enttäuscht. Über das Wochenende nahmen die Halsschmerzen zu und schon bald fiel es mir schwer zu sprechen oder zu schlucken.

Und das ist die negative Seite an Erkrankungen, die über das Wochenende gehen. Einerseits verpasse ich keine Arbeitszeit andererseits könnte ich meinen Hals nicht untersuchen lassen, ohne gleich ins Krankenhaus zu müssen.

Ich verbrachte also ein schlafloses Wochenende und quälte mir gegen die Dehydration immer mal wieder ein bisschen Wasser, Kräutertee oder Suppe hinein.
Gleich am Montagmorgen ließ ich für mich einen Termin bei meinem Arzt machen, denn ich konnte mich nur flüsternd verständigen. (Das war das einzig positive an der Sache, denn ich tue mich schwer mit Telefonieren und Ärzten)
Der Arzt schaute kurz in meinen Hals und sagte mir in mitleidenden Ton, dass ich eine schwere Rachenentzündung habe. Er verschieb mir ein Antibiotika, Schmerzmittel und schieb mich für drei weitere Tage krank.

Jetzt begann der unangenehme Teil für mich. Manchmal denke ich Ärzte hören zu, behandeln die Leiden aber denken dann nicht weiter. Wie soll man bitte zwei große Tabletten herunterbekommen wenn jedes Schlucken höllisch wehtut?? Ich brachte es hinter mich, hauptsächlich mit der Motivation, dass ich langsam mal etwas essen wollte und mir danach noch eine Aufgabe bevorstand, bei der ich halbwegs verständlich sprechen können musste. Ich musste mich telefonisch bei meiner Praktikumsstelle krank melden. Das war die größte Hürde, die ich an diesen Tag noch bewältigen musste.
Ich schrieb mir vorher die relevantesten Punkte auf, wie ich es immer bei wichtigen Telefonaten mache und brachte es hinter mich. Zu meinem Glück, war der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung verständnisvoll, wünschte mir eine gute Besserung und machte das Gespräch somit kürzer und angenehmer, als ich es erwartet hätte.(Weiter will ich darauf jetzt nicht eingehen, da ich für das Thema Telefonieren nochmal einen eigenen Eintrag machen werde.)

Seit den Strapazen ruhe ich mich erst einmal aus. Und versuche schnellstmöglich wieder gesund zu werden, denn die Krankheit bringt meine ganze Tagesstruktur durcheinander…

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2 Gedanken zu „Ein Aspie und eine Krankheit

  1. Das hab ich zuletzt auch gesagt:

    „Wie soll man bitte zwei große Tabletten herunterbekommen wenn jedes Schlucken höllisch wehtut??“

    Ich hab mir ein Antibiotikum zum Trinken verschreiben lassen (XiClav), da lösen sich die Tabletten auf. Schmeckt widerlich, ist aber leichter als die riesigen Tabletten zum Schlucken. Bekommen normalerweise nur Kinder und Menschen mit Angina. Ich würde mich danach erkundigen. Schmerzmittel sind eventuell ein anderes Problem…

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