Das ESC Drama

image

Klatsch-tratsch.de

Es war der Abend des Deutschen Vorentscheides (Unser Song für Österreich) für den Eurovision Song Contest, kurz ESC.
Ich bin extra lange aufgeblieben und habe alle anderen Musiker ausgehalten nur um ihn singen zu hören.
Andreas Kümmert.

Schon als er im Finale von The Voice of Germany stand, wollte ich dass er gewinnt. Und das aus dem einfachen Grund, weil er für mich einer der Letzten im Showgeschäft ist, der sich von seinem Ruhm und den Umständen nicht hat verbiegen lassen.
Er ist so normal und positiv langweilig, hat dabei aber noch eine größiere Stimme als Joe Cocker.

Und das auch heute Abend. Er ist aus der Masse herausgestochen, weil er sich im Gegensatz zu den anderen nicht darum bemüht hat.
Er saß auf der Bühne mit einem Gitarristen und sang einfach. In Strickjacke, dunkler Hose und Turnschuhen. Die Haare wild und der Bart lang. Er tat einfach das was ihm Spaß machte: Singen.

Und gerade deswegen war er für mich der einzig ware Gewinner. Er sollte allen Zuschauern des ESC und der Welt zeigen, dass man keine spektakuläre Bühnenshow mit unzähligen choreografierten Backgroundtänzern, übertrieben Glitzeroutfit und Pyrotechnik braucht, um Menschen zu begeistern.

Es braucht nur jemanden mit Talent, der das macht, was er liebt. Es braucht nur jemanden wie Andreas.

Und deswegen hat Deutschland ihn heute Abend zum Gewinner gewählt, auch wenn er das nicht annehmen konnte oder wollte.

Ein Aspie und das Busfahren

In meinem Alter sollte man eigentlich keine Probleme mit einfachen Tätigkeiten wie Busfahren haben.
Aber ich komme vom Land und wir haben dort schon seit Jahren keinen Stadtbusverkehr mehr. Als Kind fuhr man entweder mit dem Fahrad zu seinen Verabredungen oder man wusste, wie man ein Elternteil überzeugen musste, damit sie einen mit dem Auto brachten.
Mit 17 habe ich dann selber einen Führerschein gemacht, um nicht mehr auf andere oder mein Rad angewiesen zu sein.
Meine einzigen Erfahrungen im Fahren mit Bussen habe ich in meiner Schulzeit gesammelt. Der Schulbus brachte mich jeden Tag um die selbe Uhrzeit von der selben Haltestelle zur Schule und auch wieder zurück. Alles sehr routiniert und vorhersehbar.

Zu meiner derzeitigen Praktikumsstelle muss ich aber mit dem Bus fahren, weil es jetzt im Februar zu weit und vor allen Dingen zu kalt zum Laufen ist.

Bis jetzt hatte ich immer nur unschöne Erfahrungen zu dem Thema. Die Busse, die ich erwischte, haben grundsätzlich eine Kombination aus unfreundlichen, gestressten Busfahrer und keinerlei Haltestellenansagen durch Selbigen und zusätzlich ist die Anzeige abgeschaltet. Ich erhalte also keinerlei Auskunft, wann ich aussteigen sollte  und da der Bus nicht planmäßig fährt, kann ich auch nicht an der im Smartphone integrierten App orientieren.
(Das neuste Beispiel ist in meinem Post: Ein Aspie und ein Praktikum zu lesen)
Nach einigen Misserfolgen und anschließenden Fußmärschen zum Ziel, die sich immer wieder in der selben Linie ereigneten, fragte ich bei der Auskunft und dem Busfahrer des Busses nach, ob die Linie überhaupt meine Haltestelle anfuhr. Beide bejahrten dies, ich verließ mich darauf und es endete in einer Stadtrundfahrt, die mich wieder an meinen Ausgangspunkt brachte.
Frustrierend, wenn die eigene Belegschaft sich nicht auskennt oder man bei solchen Dingen missverstanden wird.

Apropos Belegschaft.  Vor ein paar Tagen hatte ich eine Konversation mit einem genervten Busfahrer einer der wenigen funktionierenden Linien.

Busfahrer anklagend: Ich muss ihnen mal eine Frage stellen. Warum fahren sie nicht mit dem Stadtbus?
Ich entschuldigend: Ich habe da nicht so viel Ahnung von. Ich bin nicht so der routinierte Busfahrer.
Busfahrer vorwurfsvoll:Aber die Linie fährt doch direkt an ihrer Haltestelle vorbei.
Ich: Entschuldigen Sie, dass ich nicht so viel Ahnung vom Bus fahren habe.

 

Dieser Fahrer musste noch schlechter informiert gewesen sein, als seine Kollegen, die ich nach der speziellen Linie befragt hatte, denn dieser Bus ist zwei Minuten zuvor auf der mittleren Fahrbahn an mir vorbeigefahren.

Nach all den negativen Erfahrungen kann ich trotzdem etwas positives berichten. Es gibt drei Buslinien, die mich, von kleineren Verspätungen mal abgesehen, zuverlässig an mein Ziel bringen. Diesen Fahrern bin ich täglich dankbar und lassen mich das Vertrauen in öffentliche Verkehrsmittel nicht gänzlich verlieren.

Woran messe ich eine Beziehung?

Es ist schon erstaunlich, woran Menschen ihre Beziehung zu Anderen messen. Wenn sie von anderen bemerkt werden und daraufhin von ihnen gegrüßt werden, ist die Welt in Ordnung. Werden sie dies aber nicht, glauben sie gleich die Beziehung hätte ernsthafte Risse.

Nach dieser Beobachtung müsste man mit weit geöffneten Augen durch die Welt gehen, um ja niemanden zu übersehen und damit möglicherweise die Beziehung zu ihm zu gefährden.
Man läuft durch die Stadt. Mal schnell auf dem Smartphone nach der aktuellen Uhrzeit oder Route geschaut und die in dem Moment vorbeilaufende beste Freundin nicht gesehen, schon hast du morgen keine mehr.
Ganz so dramatisch ist es vielleicht nicht, kann aber schnell so interpretiert werden. Wir Menschen sind so gut darin alles auf uns selbst oder unser Verhalten zu beziehen. „Jetzt hat sie gerade nur auf ihr Smartphone gesehen, weil sie nicht mit reden wollte. Habe ich irgendwas falsches gesagt oder gemacht?“

Wie kann man nur glauben, dass sich die ganze Qualität einer Beziehung an einer Sekunde Achtsamkeit oder Unachtsamkeit messen lässt. Es gibt doch noch so viel Zwischenmenschliches mehr, als ein routiniertes Hallo. Diese Begrüßung beweist bloß, wie trainiert der Grüßende darin ist, Höflichkeitsregeln zu befolgen. Und Höflichkeit ist etwas für Geschäftspartner und nicht für Beziehungspartner.
Wir sollten eine gute Beziehung nicht wegen kleiner Unaufmerksamkeiten und Missverständnissen auf’s Spiel setzten, sondern uns am Großen und Ganzen jeden Tag wieder auf’s Neue freuen.

Songs in the Key of Asperger’s

A Different Sort of Solitude

These aren’t songs which are explicitly, deliberately about autism, because there don’t seem to be any of those. Which is puzzling, because a lot of Aspies are musicians. These five songs reflect my personal experience with Asperger’s, and my interactions with the non-autistic.

Let Your Yeah Be Yeah

(The Pioneers)

This one’s all about the necessity of direct, clear communication, and how frustrating subtext can be. It eloquently and soulfully expresses the tremendous exasperation I feel sometimes when dealing with neurotypicals and all their bullshit.

Most autistic line: “I’m on my guard and I’m watching you from head to toe.”

Life Is a Rock But the Radio Rolled Me

(Reunion)

This might not seem particularly autistic until you describe the song out loud: It is a monotone, encyclopedic recitation of an enormous list of rock and roll musicians whom the singer finds particularly interesting or meaningful. That is so. Fucking…

Ursprünglichen Post anzeigen 492 weitere Wörter

Liste der kleinen Glücksmomente

Die Liste wird fortlaufend weitergeführt.

  1. Eine Schneeflocke mit der Zunge fangen.
  2. Von Musik Gänsehaut bekommen.
  3. Alte Fotos ansehen.
  4. Die Lieblingsklamotten tragen.
  5. Sein Lieblingslied lautstark mitsingen.
  6. Das Geräusch beim Kakao-Umrühren.
  7. Fliegende Vögel sehen.
  8. Sonnenstrahlen, die durch die Wolkendecke brechen.
  9. Ein neues Buch aufschlagen.
  10. Aufwachen am Geburstag.
  11. Jemandem ein Geschenk überreichen.
  12. Vor der Tür warten an Heiligabend.
  13. Lange ruhige Zugfahrten.
  14. Den Briefkasten aufmachen.
  15. Geschenke einpacken.
  16. Ein Packet erhalten.
  17. Eine Postkarte bekommen.
  18. Der Geruch nach einem Sommergewitter.