Woran messe ich eine Beziehung?

Es ist schon erstaunlich, woran Menschen ihre Beziehung zu Anderen messen. Wenn sie von anderen bemerkt werden und daraufhin von ihnen gegrüßt werden, ist die Welt in Ordnung. Werden sie dies aber nicht, glauben sie gleich die Beziehung hätte ernsthafte Risse.

Nach dieser Beobachtung müsste man mit weit geöffneten Augen durch die Welt gehen, um ja niemanden zu übersehen und damit möglicherweise die Beziehung zu ihm zu gefährden.
Man läuft durch die Stadt. Mal schnell auf dem Smartphone nach der aktuellen Uhrzeit oder Route geschaut und die in dem Moment vorbeilaufende beste Freundin nicht gesehen, schon hast du morgen keine mehr.
Ganz so dramatisch ist es vielleicht nicht, kann aber schnell so interpretiert werden. Wir Menschen sind so gut darin alles auf uns selbst oder unser Verhalten zu beziehen. „Jetzt hat sie gerade nur auf ihr Smartphone gesehen, weil sie nicht mit reden wollte. Habe ich irgendwas falsches gesagt oder gemacht?“

Wie kann man nur glauben, dass sich die ganze Qualität einer Beziehung an einer Sekunde Achtsamkeit oder Unachtsamkeit messen lässt. Es gibt doch noch so viel Zwischenmenschliches mehr, als ein routiniertes Hallo. Diese Begrüßung beweist bloß, wie trainiert der Grüßende darin ist, Höflichkeitsregeln zu befolgen. Und Höflichkeit ist etwas für Geschäftspartner und nicht für Beziehungspartner.
Wir sollten eine gute Beziehung nicht wegen kleiner Unaufmerksamkeiten und Missverständnissen auf’s Spiel setzten, sondern uns am Großen und Ganzen jeden Tag wieder auf’s Neue freuen.

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Die Wahrheit

Viele Menschen, die nach einer ehrlichen Antwort fragen, wollen belogen werden.
Sie vertragen die Wahrheit nicht oder wollen diese nicht hören.

Es ist viel einfacher und bequemer in der eigenen Welt aus Lügen zu leben.

Einzigartigkeit der Schneeflocken

Mein Studium lässt mich eines Tages nochmal paranoid werden. Allein heute habe ich mich in mindestens drei vorgestellten psychischen Erkrankungen und Störungsbildern wiedergefunden.
Ich weiß genau es ist statistisch unwahrscheinlichen ist, alle drei zu erfüllen, aber langsam fange ich an, an der Norm zu zweifeln. Ich bin vielleicht nicht das Ideale Beispiel der Durchschnittsnorm des menschlichen Verhalten ,aber so allgemein, wie die Symptome der Störungsbilder gefasst sind, müsste jeder zweite Mensch an einer psychischen Erkrankung leiden. Wie kann da noch eine Unterscheidung zwischen Norm und Normabweichende getroffen werden? Und noch viel wichtiger, wer trifft diese Entscheidung und nach welchen Kriterien?

Vielleicht sind die Menschen, die die Norm bilden und ihr größtenteils entsprechen die eigentlich Kranken und alle anderen , die dies nicht tun, sind auf ihre Art gesund. Wem steht es zu , Menschen als abweichend und krank zu bezeichnen? Sind wir nicht alle nur auf eine akzeptierenswürdige Art und Weise anders. Eine Gesellschaft aus lauter Individuen, die alle ihre eigene Norm von „Richtig“ bilden und jeder nur der eigenen Norm entsprechen muss und nicht einem Durchschnitt von Vielen. Der Durchschnitt ist doch nur ein Mittelmaßvon allem. Welcher Mensch ist denn schon mittelmäßig und will das auch bleiben. Streben und sind wir nicht alle besonders und einzigartig.

Es ist wie beim Schnee.  Jede Schneeflocke hat ihre eigenes Aussehen, eine einzigartige Struktur. Man wir in dem größten Schneesturm keine identischen Schneeflocken finden. In ihrer Zusammensetzung, aus u.a. Wasser sind sie alle gleich, so wie wir uns Menschen in 99% gleichen.

Aber dieses eine Prozent macht es aus. Was bei den Schneeflocken die Struktur, ist bei den Menschen Persönlichkeit , Verhalten und selbstgestaltetes Aussehen.

Wir alle sind Schneeflocken. Einzigartig und besonders auf eine eigene Weise.